
Erstmals seit Mitte 2013 war ich wieder am Tigris. Ich war in Hasankeyf, in "Neu Hasankeyf", bei der Ilisubaustelle und auch weiter flussabwärts in der Tigrisschlucht. Ich wollte wissen, wie es dort aussieht und wie es den Menschen geht.
Am Samstag (25.5.) kamen tausende Besucher nach Hasankeyf und genossen Stadt, Flair, Aussicht und das Essen. Foto: Ulrich Eichelmann
In Hasankeyf ist vieles noch beim Alten. Tausende Touristen schieben sich durch die Stadt, sitzen in Restaurants und kaufen Souvenirs. Doch was auffällt sind die vielen neuen Restaurants, teilweise über den Fluss gebaut, teilweise in die Hänge am Rande der Stadt. Mein Eindruck: es sind mehr Touristen denn je.
70 Kilometer flussabwärts ist das Ilisu Wasserkraftwerk weitgehend fertiggestellt. Wann der Einstau beginnt ist unklar.
In Neu Hasankeyf wohnt noch immer kaum jemand, nur das Verwaltungsgebäude und die Schule sind belebt, der Rest macht einen trostlosen Eindruck.
Hier meine Eindrücke:
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Inzwischen gibt es auch außergewöhnliche Sitz- und Essgelegenheiten in Hasankeyf, wie hier in einer Seitenschlucht. Foto: Ulrich Eichelmann
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Die Ilisu Baustelle
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Der Staudamm sieht weitgehend fertig aus. Bauarbeiter sind zu sehen, aber nicht viele, nur etwa 20-30 Arbeiter waren sichtbar. Foto: Ulrich Eichelmann
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Foto aus dem Auto: man sieht die drei Umleitungsstollen, durch die der Tigris fließt. Foto: Ulrich Eichelmann
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Umsiedlung der Bewohner
In Neu-Hasankeyf sind die meisten Häuser fertiggestellt, doch sie stehen weitgehend leer. Nur einige Verwaltungsbeamte wohnen tatsächlich hier. Schule, Polizeizentrale und die Stadtverwaltung sind hier eingezogen.
In Hasankeyf selber sollen die meisten Bewohner inzwischen die vom Staat angebotene Abfindung für ihr Eigentum angenommen haben. Ursprünglich hatte man ihnen für ihr Haus/ihr Restaurant/Lokal nur etwa 5.500 Euro geboten. Nach Protesten der Bewohner erhöhte die Regierung die Abfindung dann deutlich: dem Vernehmen nach auf umgerechnet 20.000 und 30.000 Euro in einigen Fällen auch mehr. 90% der Leute aus Hasankeyf sollen inzwischen unterschrieben haben. Damit wollen sich die meisten eine Wohnung in Batman kaufen, nach Neu Hasankeyf will offensichtlich kaum jemand. Was sie in Batman dann machen ist ungewiss, sie haben dort keine Arbeit, keine Tiere, keinen Garten - sprich keinen Sinn im Leben. Auch in Neu Hasankeyf sind keine Tiere erlaubt.
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Viel schlimmer noch sieht es für die Bewohner anderer Ortschaften aus, die umgesiedelt werden müssen. Nur wenige Kilometer von Hasankeyf entfernt liegt Suceken, der Ort, in dem wir im März 2007 mit Bianca Jagger einen "Park of Hope" gepflanzt hatten. Diesen Bewohnern hat man für ihr Haus nur 15.000 Türkische Lire, also umgerechnet etwa 5.500 Euro geboten und hier wurde das Angebot nicht erhöht. Die Menschen haben die Verträge deshalb noch nicht unterschrieben.
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Im Hintergrund sieht man die neue Straße, die später mal am Rande des Stausees entlangführen soll. Foto: Ulrich Eichelmann
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Kulturgüter
Was als erstes auffällt, wenn man in Hasankeyf einfährt ist ein völlig eingerüsteter Brückenpfeiler. Angeblich werden diese fast 1.000 Jahre alten Pfeiler restauriert, um danach "fit" für den Untergang zu sein. Dazu werden schadhafte Stellen ausgebessert.
Ursprünglich hatte die türkische Regierung versprochen, die 12 wichtigsten Monumente abzutragen und in den neuen Archäologiepark in der Neustadt wieder aufzubauen. Das stellte sich aber als nicht machbar heraus.
Deshalb sollen diese Baudenkmäler nun in den Fluten versinken, um dadurch im Schlamm konserviert zu werden, so die Logik. Wenn dann in 50 oder mehr Jahren der Staudamm wieder abgelassen wird, kann man es ja wieder ausbuddeln. Jobs für kommende Archäologengenerationen.
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Das Zeynel Bel Mausoleum, im Morgenlicht, gebaut Ende des 15. Jahrhunderts. Evt das einzige Monument , das tatsächlich in den Archäologiepark kommt. Foto: Ulrich Eichelmann
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Fast tausend Jahre alt, jetzt für den Untergang restauriert. Die Brückenpfeiler aus dem 11 Jahrhundert. Foto: Ulrich Eichelmann
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Die wunderschöne Tigrisschlucht flussabwärts von Ilisu:





















